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Die folgende Darstellung soll nur einen Überblick geben und kann eine genaue Prüfung der Sach- und Rechtsfragen im Einzelfall nicht ersetzen.

Folgende Differenzierungen sind wichtig und ziehen sich zT durch das gesamte landwirtschaftliche Pachtrecht

Grundstücks‑ oder Betriebspacht
Insoweit ist zu unterscheiden, ob ein einzelnes Grundstück oder ein gesamter Betrieb Gegenstand des Vertragsverhältnisses ist. Diese Unterscheidung allein hat in folgenden Fällen besondere rechtliche Bedeutung bei Fragen der ordnungsgemäßen Bewirtschaftung im Sinne von § 586 im Zusammenhang mit dem Pachtschutz nach § 595.

Hauptpacht oder Unterpacht
Landwirtschaftliche Grundstücke und/oder Betriebe können sowohl Gegenstand eines Haupt- wie eines Unterpachtvertrages sein.
Der (Haupt) Pächter ist zur Unterpacht nur mit Erlaubnis des Verpächters berechtigt, § 589 Abs. 1 Ziff. 1 BGB. Ohne derartige Erlaubnis entsteht zwar im Verhältnis des Haupt‑ zum Unterpächter auch ein wirksamer Landpachtvertrag; jedoch liefert der Hauptpächter durch sein Verhalten dem Verpächter ein Recht zur fristlosen Kündigung und setzt sich demzufolge hinsichtlich der von ihm gegenüber dem Unterpächter geschuldeten Unterlassung Schadensersatzpflichten aus.
Zwischen dem Verpächter und dem Unterpächter bestehen direkt keine vertraglichen Beziehungen. Lediglich bei Beendigung des Hauptpachtverhältnisses kann der Verpächter den Unterpächter aus quasivertraglichem Recht gem. § 596 Abs. 3 BGB unmittelbar auf Rückgabe in Anspruch nehmen.
Eine wichtige Konsequenz dessen ist, dass der Unterpächter gegenüber dem Hauptpächter keinen Anspruch auf Pachtschutz (§ 595 BGB) hat

Eiserne Verpachtung
Davon spricht man, wenn ein landwirtschaftlicher Betrieb mit Inventar verpachtet wird, der Pächter also das Inventar nicht kauft sondern über einen Zuschlag zum Pachtpreis verzinst. Hat man in diesen Fällen nicht eine genaue Pachtsachenbeschreibung, kommt es bei Vertragsende zu unvermeidlichen Streitigkeiten und häufig auf Verpächterseite zu empfindlichen Verlusten.

Kontingente, Liefermengen
Zur Reaktion auf Überproduktionen sieht die EU‑Agrarmarktordnung seit 1968 Produktionsbeschränkungen für Zucker sowie seit 1984 auch für Milch vor.
Jeweils sind den einzelnen EU‑Mitgliedsstaaten Produktionsmengen zugewiesen worden, die diese noch nicht überschreiten dürfen.
Im Bereich Zucker sind diese Kontingente von der Bundesrepublik Deutschland an die einzelnen Zuckerfabriken verteilt worden, die diese ihrerseits an die einzelnen Landwirte im Rahmen der jährlichen Anbauverträge „unterverteilen“. Dabei sind von den Zuckerfabriken die Grundsätze des Kartellrechts unter dem Gesichtspunkt eines marktbeherrschenden oder zumindest marktstarken Unternehmens zu beachten
Im Bereich Milch sind durch die Milchgarantiemengen‑Verordnung (MGVO, später MGV) den einzelnen, vor 1984 Milch produzierenden Landwirten Kontingente zugewiesen worden.
Es ist in jedem Einzelfall sorgfältig zu prüfen, ob zu einem Pachtgegenstand (Grundstück oder Betrieb) eine Produktionsquote gehört, ohne die er häufig praktisch wertlos ist.
Die langläufig weit verbreitete Auffassung einer Flächenakzessorietät (also der strengen Bindung der Produktionsquote an die Fläche) ist jedenfalls im Bereich Zucker falsch. Im Bereich Milch bestand bis zum Jahre 2000 eine Flächenakzessorietät, seither nur noch in begrenztem Umfang.