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Die folgende Darstellung soll nur einen Überblick geben und kann eine genaue Prüfung der Sach- und Rechtsfragen im Einzelfall nicht ersetzen.

Alle Regelungen der Höfeordnung gelten nur, soweit es sich bei der Besitzung um einen Hof im Sinne der Höfeordnung handelt (§ 1 Höfe0).

Formell

Dies wird durch einen Hofvermerk in dem für den Hof gesondert anzulegenden Grundbuchblatt (§ 7 HöfeVfO) eingetragen. Solange er eingetragen ist, wird widerlegbar vermutet, dass die insoweit gekennzeichnete Besitzung Hof im Sinne der Höfeordnung ist,

Materiell

Wann eine landwirtschaftliche Besitzung Hof im Sinne der Höfeordnung ist, regelt sich gemäß § 1 Höfe0 nach folgenden Kriterien:

(1)(1) Alleineigentum oder Ehegatteneigentum
regelmäßig an der gesamten Besitzung (Hofstelle und Land). Beim Ehegattenhof kann (an der Hofstelle) auch Wohnungs‑ und Teileigentum bestehen

(2) Funktionsfähige Hofstelle/Wirtschaftseinheit
Ohne Hofstelle (Wohn‑ und Wirtschaftsgebäude) ist Grundbesitz nicht höferechtlich geschützt.
Was "geeignet" ist, richtet sich nach der individuellen Betriebsstruktur und -größe. Der dauernde Wegfall der Hofstelle (auch nach "Entwidmung" durch Umbau) führt (jedenfalls über Löschung des Hofvermerks) zum Verlust der Hofeigenschaft
Die Aufteilung der Hofstelle in Wohnungseigentum ist spätestens bei daraus folgender (teilweiser) Übereignung schädlich.
Mehrere Höfe werden grundsätzlich getrennt betrachtet, allerdings kann der Landwirt auch mehrere Höfe zusammenlegen.

(3) Wirtschaftswert
Zu kleine Höfe genießen nicht den Schutz der Höfe0; Maßstab ist der der betrieblichen Einheitsbewertung (Be­wertungsgesetz) zugrunde liegende Wirtschaftswert (d.h. Einheitswert abzüglich Wohnungswert).
Übersteigt der Wirtschaftswert € 10.000.- ist die Besitzung kraft Gesetzes (ohne weiteres) Hof. Liegt der Wirtschaftswert zwischen € 5.000.-und € 10.000.-, bedarf es ergänzend der Erklärung des Eigentümers, dass die Besitzung ein Hof sein soll und der Eintragung des Hofvermerks im Grundbuch.
Voraussetzung zur Aufrechterhaltung/Beibehaltung der Hofeseigenschaft
Bei Wegfall der Hofeseigenschaft fallen sämtliche Restriktionen der Höfe0 hinsichtlich Nachfolgemög­lichkeit und Abfindungshöhe ersatzlos weg. Der Hof vererbt sich nach Verkehrswerten, es sei denn, der Erblasser bestimmt eine Vererbung zum Ertragswert; §§ 2049, 2312 BGB.
Der Verlust der Hofeigenschaft ist in drei Fällen denkbar:

(1) Materiell:
Eine der Voraussetzungen von § 1 Höfe0 fällt auf Dauer weg; sinkt aber (nur) der Wirtschaftswert un­ter 5.000 €, (Abverkauf, betriebliche Umstrukturie­rung) oder ist keine geeignete Hofstelle mehr vorhan­den, gehört zum Verlust der Hofeigenschaft jedoch die Löschung des Hofvermerks im Grundbuch.

(2) Fakultativ:
Nach § 1 Abs. 4 Höfe0 verliert eine Besit­zung die Eigenschaft als Hof auch, wenn der Eigentümer erklärt, dass sie kein Hof mehr sein soll und wenn der Hofvermerk im Grundbuch gelöscht wird.

(3) Wegfall der Hofeseigenschaft „außerhalb des Grundbuches“:
Gemeint sind damit die Fälle, in denen die Hofeseigenschaft einer Besitzung dadurch erlischt, dass sie nicht als eine “landwirtschaft­liche“ iSv § 1 Abs. 1 HöfeO betrieben wird. In der täglichen Praxis geht es bei dieser sehr bedeutsamen Alternative um die Bewirtschaftungsaufgabe.
Wann dies anzunehmen ist, richtet sich nach den Umständen des Einzel­falls. Eine wichtige Komponente dabei ist, ob der (alternde) Landwirt die Bewirtschaftung der Besitzung auf Dauer einstellt hat. Langfristige parzellierte Verpachtung, Verfall oder landwirtschaftsfremde Nutzung der Wirtschaftsgebäude, Verkauf von Inventar und Produktionsquoten sowie das Fehlen eines geeigneten Nachfolgers sind dabei wichtige Indizien.
Die Rechtsprechung zu dieser Frage ist vielfältig und und in den Bezirken der verschiedenen Oberlandesgerichte tlw. auch unterschiedlich. So stellt zB das OLG Celle verstärkt auf den subjektiven Willen des Eigentümers ab, wohingegen nach der Auffassung des OLG Hamm die nachhaltige Ertragskraft entscheidend ist.