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Nachfolgeregelung


Die folgende Darstellung soll nur einen Überblick geben und kann eine genaue Prüfung der Sach- und Rechtsfragen im Einzelfall nicht ersetzen.

Die Höfeordnung ist ein erbrechtliches Spezialgesetz in den nordwestdeutschen Bundesländern (Schleswig-Holstein, Hamburg, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen): Ihre „Philosophie“ ist die Stützung landwirtschaftlicher Betriebe im Erbfall mit fünf Aspekten

Nachfolgeregelung
Erbe eines Hofes kann nur eine natürliche Person werden (Hoferbe). Jedwedes gemeinschaftliche Eigentum oder solches juristischer Personen ist der Höfeordnung fremd, mit Ausnahme des Ehegattenhofes.

Abfindungsregelung
Zur Stärkung landwirtschaftlicher Betriebe und unter Berücksichtigung ihrer auf den Eigenkapitaleinsatz außerordentlich geringen Rendite werden Höfe im Sinne der Höfeordnung im Erbfall nicht nach dem Verkehrs‑ oder Ertrags‑, vielmehr nach dem Hofeswert vererbt. Dieser ist der 1,5­fache Betrag des Einheitswertes, abzüglich der Hofesverbindlichkeiten (realer Wert), zu denen auch das (kapitalisierte) Altenteil gehört. Zumindest der Drittelhofeswert (=halber Einheitswert) ist auf die gesetzlichen Erben zu verteilen, aus ihm berechnet sich also die Abfindung weichender Erben.

Korrektur bei Verkauf
Die Höfeordnung trägt in § 13 dem Gedanken Rechnung, dass diese geringe Abfindung jedenfalls im Falle eines (Land‑)­Verkaufs (etwa auch noch als Bauland) nicht mehr zu rechtfertigen ist. Demzufolge ist über einen Zeitraum von 20 Jahren nach dem Erbfall der nicht anrechnungsfrei reinvestitionsfähige Erlös nach Maßgabe der gesetzlichen Erbanteile aufzuteilen. Die dazu geltende degressive Staffelung sowie das Auslaufen der Nachabfindungspflicht nach 20 Jahren tragen dem Umstand Rechnung, dass sich im Zuge der Zeit der Hofeserbe den Besitz „erwirtschaftet“.

Versorgungsregelung
Der überlebende Ehegatte wird "aus dem Hof" zeitlebens versorgt (Altenteil).
Dem vorher geht sein Verwaltungs‑ und Nutznießungsrecht am Hof solange, bis der Hoferbe das 25. Lebensjahr vollendet hat.
Das Altenteil besteht heutzutage in aller Regel in einem Wohnrecht sowie der Zahlung monatlicher Barbeträge zum Lebensunterhalt. Hinzukommen einige – teilweise rechtlich problematische – Nebenbestimmungen. Die Rechte des Altenteilers sind im Grundbuch des Hofes einzutragen.

Übergabevertrag
Die Übergabe landwirtschaftlicher Betriebe zu Lebzeiten in die nächste Generation wird vom Gesetzgeber ausdrücklich begrüßt und begünstigt. Daher stellt das Gesetz die Vererbung und die Übergabe gleich, sowohl hinsichtlich der Absicherung der Altenteiler wie auch der Abfindung der weichenden Erben.