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Die folgende Darstellung soll nur einen Überblick geben und kann eine genaue Prüfung der Sach- und Rechtsfragen im Einzelfall nicht ersetzen.

Anders als das bürgerliche Recht kennt und regelt die HöfeO die (ausdrücklich so bezeichnete) vorweggenommene Erbfolge (§ 17 HÖfeO) und stellt sie in allen Aspekten (Nachfolge, Altenteil, Abfindung und Nachabfindung) dem Erbfall gleich.
Inhalt
Gegenstand des Hofübergabevertrages ist die Übertragung (Übereignung) der landwirtschaftlichen Besitzung in Form eines Hofes im Sinne der HöfeO idR in die nächste Generation. Der abgebende Landwirt erhält für sich und seinen Ehegatten ein Altenteil. Zweckmäßigerweise werden auch die Abfindungsansprüche der weichenden Erben sogleich geregelt.
Höchste Vorsicht ist geboten, wenn der abgebende Landwirt Hofesgrundstücke von der Übergabe ausnehmen, also behalten will. Steuerlich droht hier eine Entnahme von Betriebsvermögen oder sogar die komplette Betriebsaufgabe – mit dramatischen steuerlichen Konsequenzen.

Regelungsinhalte
Übertragung
Nicht zuletzt deshalb ist bei der Konzeption von Hofübergabeverträgen darauf zu achten, den Übertragungsgegenstand möglichst präzise zu erfassen/beschreiben. Dies gilt u.a. fürdie Ländereien

lebendes und totes Inventar

Beteiligungen (Zuckerfabrik, Forstgenossenschaften, Bezugs‑ und Absatzgenossenschafen etc.)

den zu übertragenden Hausrat.Gerade im Bereich des Hausrats und der Bankguthaben ist eine sorgfältige Abgrenzung unter dem Gesichtspunkt des Hofzubehörs vonnöten.
Da der Hofübergabevertrag keine allumfassende Rechtsnachfolge darstellt, sind die Verpflichtungen des abgebenden Altenteilers ‑ insbesondere auf Übernahme der auf dem Hof lastenden Verbindlichkeiten ‑ gesondert zu regeln und zu bestimmen.

Altenteil
Ansprüche weichender Erben
Nach § 17 Abs. 2 Höfe0 fingiert der (durchgeführte) Hofüber­gabevertrag den Erbfall, lässt mithin die Abfindungsansprüche und Nachabfindungsansprüche weichender Erben kraft Gesetzes ‑ und anders als im bürgerlichen Recht bei dem Erbfall vorhergehenden Schenkungen ‑ entstehen.
Auch wenn von Gesetzes wegen die weichenden Erben weder an dem Vertrag noch dem anschließenden Genehmigungsverfahren zu beteiligen sind, empfiehlt es sich, dies freiwillig zu tun, um möglichst alle Aspekte der Übergabe einvernehmlich zu regeln.
Ist dies nicht möglich oder gewünscht, regeln der abgebende Landwirt und sein Nachfolger Einzelheiten der Abfindung weichender Erben. Trotz des grundsätzlichen Verbots von Verträgen zulasten Dritter ist Höferecht, dass weichenden Erben im Hofübergabevertrag weniger als der gesetzliche Erbteil zugesprochen wird; die untere Grenze des Zulässigen liegt bei dem Pflichtteil.